Die RasterungIm Anschluss an die Eingabe einer Baukonstruktion, bevor die Ergebnisse berechnet werden können, sind noch Verfügungen zu treffen, die sich auf die Genauigkeit der Berechnung und auf die Rechenzeit auswirken. Das Prinzip des Rechenverfahrens besteht in der Bilanzierung quaderförmiger bzw. rechteckiger Bereiche innerhalb der Baukonstruktion. Diese Bereiche sind nicht identisch mit den eingegebenen ”Elementen”, sondern entstehen aus diesen durch Schnitte mit Ebenen parallel zu den Koordinatenebenen bzw. Schnitte mit Geraden parallel zu den Koordinatenachsen. Dieser Vorgang der Verfeinerung der Teilung wird als ”Rasterung” bezeichnet. Schon durch die Eingabe der ”Elemente” einer Baukonstruktion ist eine bestimmte Rasterung, der sog. ”Mindestraster”, festgelegt. Dieser ”Mindestraster” wird vom Programm vollautomatisch erstellt, ist aber als Grundlage für eine Berechnung faktisch immer zu grob. Er entsteht durch eine Unterteilung des eingegebenen Bereichs in der Art, dass sämtliche durch die Teilung entstandenen Unterbereiche eine einheitliche Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Die Erstellung eines ”Feinrasters” könnte nun durch Vorgabe zusätzlicher Schnittebenen erfolgen. Da dieser Vorgang jedoch viel zu umständlich und langwierig wäre, wird eine programmunterstützte Möglichkeit der Feinrasterung geboten. Die Rasterung erfolgt dabei so, dass in der Nähe besonders interessierender Stellen (Ecken, Kanten etc.) besonders fein gerastert wird. Der Feinrasterungsvorgang kann durch Festlegung einiger Parameter gesteuert werden.Durch die Feinrasterung wird die Auswahl der zu bilanzierenden Zellen (quaderförmige oder rechteckige Bereiche) festgelegt. Diese Anzahl kann auch sehr groß ausfallen! Im 2D-Fall wird typischerweise mit etwa 20.000-50.000 Zellen das Auslangen gefunden; in 3D-Fällen hingegen kommt es schnell zu 1.000.000 Zellen und mehr! Es ist zu bedenken, dass die Temperaturen nicht nur in den Zellenmitten sondern - im Zuge der Auswertung - auch in den Mitten der Begrenzungsflächen und Begrenzungslinien sowie in den Ecken der Zellen berechnet werden. Dies bedeutet, dass im zweidimensionalen Fall ein Feinraster von z. B. 20.000 Zellen auf ca. 80.000 berechnete Temperaturwerte führt. Im dreidimensionalen Fall führt ein Feinraster von 20.000 Zellen bereits auf die Berechnung von ca. 160.000 Temperaturwerten. Ist die Zahl der Zellen im Feinraster sehr groß - also z. B. in einem 3D-Fall 1.000.000 -, so kann dies aufgrund der sehr großen Anzahl von zu berechnenden Temperaturwerten - im genannten Fall ca. 8.000.000 - zu unangenehm großen Rechenzeiten während den Auswertungen führen. Programmpaket AnTherm gibt aus diesem Grund bei sehr hohen Anzahlen von Feinraster-Zellen eine Warnmeldung nach der Rasterung aus. In derartigen Fällen wird empfohlen zu überlegen, ob nicht auch mittels Veränderung der Rasterparameter mit einem gröberen Raster die erforderliche Rechengenauigkeit sicher gestellt werden kann.Siehe auch: Die Berechnung, Feinraster-Parameter, Programmeinstellungen |